AM BULLYPUNKT: Eurovisionen

So wünschenswert eine paneuropäische Liga nach den Vorstellungen Medwedews wäre, so bleiben bei den Plänen auch viele Fragen offen.

(C) KHL

Der KHL Präsident betonte, dass die Chancengleichheit bei sehr unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen durch den Kampfgeist der „Kleinen“ sichergestellt sei und verwies dabei auf die NHL. Die Ausgeglichenheit der NHL wird aber nicht durch den Kampfgeist, vielmehr durch den Entry-Draft und einem recht strikten Gehaltschema garantiert. Ersteres ist auch im Betrieb der KHL verankert. Beides jedoch würde in den Ländern der EU auf rechtliche Probleme stoßen.

So widerspricht die freie Wahl des Arbeitsplatzes sowohl dem Entry-Draft als auch Gehaltseinschränkungen. Probleme die auch die KHL in der EU treffen kann, wenn sich ein Spieler künftig weigern sollte bei einem bestimmten Team zu spielen.

Eine Liga wie sie dem KHL-Präsidenten vorschwebt gilt als geschlossene Veranstaltung, bei der sich jedes Team für einen absehbaren Zeitraum verpflichtet beizuwohnen. Das sichert zwar die Liga, lässt aber kaum Spielraum für finanzschwache Teams zu. Da droht der Bankrott. In Zeiten der Wirtshaftskrise ist das kein absurder Gedanke.

Der Zeitplan, den man sich in der KHL gesetzt hat, ist nebenbei bemerkt – äußerst optimistisch. 2013/14, spätestens 2014/15 möchte man diese Liga auf die Beine gestellt haben. Eine Unmöglichkeit, müssen nicht nur die Teams, sondern auch die nationalen Verbände und die IIHF von dem Unterfangen überzeugt werden. Und die IIHF wird sich das sehr genau ansehen, hatte Medwedew gegenüber Sports.ru mitgeteilt, dass er von übergeordneten Tunieren wie die neue Champions Hockey League nur wenig hält. Das dürfte Rene Fasel nicht so amüsiert zur Kenntnis nehmen. Zumindest wird es in den nächsten Jahren definitiv keine NHL Europe geben. Die hatte der IIHF Präsident bei der WM 2011, während seiner Amtszeit kategorisch ausgeschlossen.

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