EBEL völlig verrückt

Einen richtig verrückten Sonntag erlebte die Erste Bank Eishockeyliga in der zweiten Runde. Die Palette reichte dabei von unerwarteten Ergebnissen, verrückte spielende Anzeigetafeln bis zu völlig verdrehten Spielabläufen.

Da erreichten die Dornbirner Bulldogs im Duell der Aufsteiger gegen Innsbruck ihren ersten Sieg überhaupt, nachdem sie alle fünf Vorbereitungsspiele und das erste EBEL Spiel verloren haben. Dazu veranstalten die beiden Team ein Powerplay-Bestschießen. Sechs der 11 Tore fielen in Powerplay Situationen, eines wurde in Unterzahl erzielt und zehn Sekunden vor dem Ende und der Beinahe-Niederlage der Innsbrucker, verwandelte Francis Lemieux einen Penalty zum Ausgleich. Die Freude über den Ausgleich währte nur kurz, denn bereits 37 Sekunden nach dem Beginn der Verlängerung fixierte Neuzugang Luciano Aquino den ersten Dornbirner Sieg.

Wie schon am ersten Spieltag avancierte Altmann zum Scorer

Ebenfalls nicht normal ist der Top-Torschütze der Villacher Adler. Nach nur zwei Spielen steht in der Scorerliste mit Mario Altmann ein waschechter Verteidiger mit fünf Tore an der Spitze. Nach zwei Treffern im ersten Spiel, scorte er nicht nur in der regulären Spielzeit wieder zweifach, sondern erzielte in der 64. Minute auch noch den Siegestreffer der Kärntner beim 3:4 Overtimesieg über die Graz 99ers.

Die Adler an der nördlichen Grenze zu Österreich haben ihrerseits Gefallen am Siegen gefunden. Der HC Orli Znojmo fertigte den österreichischen Rekordmeister KAC mit 5:0 ab. Obwohl beide Teams über weite Strecken hinweg ausgeglichen waren, schlug es immer nur im Kasten der Rotjacken ein. Hauptverantwortlich dafür waren Peter Pucher und Jan Seda die jeweils zwei mal für die Tschechen punkteten.

Bei den Salzburgen läuft es zu Beginn der Saison alles andere als rund. Ob Pierre Pages öffentlicher Pranger von Thomas Raffl da hilfreich ist, muss der Coach selbst wissen. Nach der Auftaktniederlage gegen Znaim, mussten die Bullen ins Penaltyschießen um die einen Sieg einzufahren. Das Spiel gegen Zagreb war kein Ruhmesblatt für den Sport. Zerfahren und unkoordiniert wirkte das Treiben auf dem kühlen Nass. So war im ersten Drittel nichts zählbares zu verbuchen. Erst im Mittelabschnitt konnten die Kroaten in Führung gehen, die kurz vor der zweiten Drittelpause durch Matthias Trattnig egalisiert wurde. Die erzielten Tore halfen dem Spielfluss in keinster Weise und so gab es auch keinen weiteren Treffer mehr aus dem Spiel heraus zu sehen. Im Penaltyschießen behielt Andreas Kristler als einziger einen kühlen Kopf indem er seinen Penalty verwertete.

Nachdem der Meister aus Linz die Wiederauflage des Vorjahrsfinales gegen den KAC verloren hat, brannte man in der Stahlstadt auf Wiedergutmachung. Dafür mussten die Laibacher als Opfer herhalten, denn die Linzer drehten so richtig auf. Sehr zum Leidwesen des slowenischen Goalies Jerry Kuhn, der schon gegen die Caps nicht die beste Figur machte. Nach zwei Dritteln hatte Coach Sekelj ein Einsehen und erlöste den Amerikaner. Für ihn kam Neuling Matic Boh, der sein Tor sauber hielt. Auch deswegen, weil die Linzer sich zu dem Zeitpunkt schon abreagiert hatten und sich nur noch auf die Dusche freuten.

In Wien lief es hingegen völlig verrückt. Gegen SAPA Fehervar AV19 wollten die Caps das gewonnene Selbstvertrauen in bare Punkte umwandeln und traten dementsprechend auf. Die Wiener erreichten dabei eine Überlegenheit, wie man sie in der EBEL selten gegen ein Team gesehen hat, welches sich noch nicht aufgegeben hat. 40 Minuten lang, belagerten die Hauptstädter das ungarische Verteidigungsdrittel und dennoch stand es 0:1 in Kagran, da Istvan Sofron im dritten Powerplay den ersten gefährlichen Pass vor der Tor von Matt Zaba brachte. Andras Horvath nur ablenkte und so Fehervar in Führung brachte.
An dieses verrückte Spiel hatte sich da auch die Videowall angepasst, wechselte dort der Gegner fröhlich zwischen Fehervar und ET Gegner JYP hin und her, und wurde oftmals auch völlig schwarz.
Es benötigte eine Trotzreaktion von Neuzugang Tony Romano und eines Solos in der 42. Minute um den bis dahin unbezwingbaren Goalie Adam Munro zu überwinden. Nachdem die Wiener auch endlich einen Rebound in der Person von Zdenek Blatny verwerten konnten, schien der Bann und die ungarische Verteidigung gebrochen. Obwohl die Ungarn dann noch zwei mal wirklich gefährlich wurden, zeigten Andre Lakos und Francois Fortier wie einfach es auch sein kann, nachdem der Verteidiger dem Kanadier den Puck schön in den Lauf spielte und dieser mit seinem Stick den Puck nur noch eine Richtungsänderung ins Tor gab. Mit viel Mühe, trotz Überlegenheit gewannen die Wiener letztlich doch noch hochverdient mit 3:1.

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