Graz bändigt die Bären im Penaltyschießen

Thomas Vanek @ Graz 99ersDas Spiel des Tages war der kurzfristigen Heimkehr des erfolgreichsten Eishockeyexports Thomas Vanek gewidmet, der sein Debüt im Dress der Moser Medical Graz 99ers feierte. Der ausverkaufte Bunker in der Liebenau feierte den Einzug des Superstars frenetisch und skandierte seinen Namen bei jeder gelungenen Aktion.

Im Spiel selbst sahen sich die Grazer mit Zagreb einem ebenbürtigen Gegner gegenübergestellt. So verlief auch das Spiel hin und her. Vanek der mit Altmeister Bob Wren und Olivier Latendresse zusammengestellt wurde zeigte trotz Jetlag eine ansprechende Leistung und fügte sich für das erste Spiel bereits gut ins Mannschaftsgefüge ein und übernahm auch immer wieder Verantwortung. Dennoch blieb es nach dem ersten Drittel  beim 0:0, auch weil der Buffalo Sabres Stürmer einmal gekonnt an die Stange hämmerte.

Im Mittelabschnitt ging es dafür hoch her. Nachdem Oraze eine unnötige Zweiminuten-Strafe wegen Stockschlags ausfasste, gelang dem Heimteam durch Cole Jarrett ein Shorthander zum 1:0. Die Grazer schienen damit auf den Geschmack der Straffbank gekommen zu sein, verhinderten sie doch recht erfolgeich auch einmal zu fünft spielen zu dürfen. Das sollte sich beinahe noch rächen. So drehten die Bären binnen eines Powerplays den Spielstand auf 1:2 um. Bei 5:3 traf David Brine zum Ausgleich. 20 Sekunden später nutzte Zagreb das noch verbliebene 5 gegen 4 Powerplay zum nächsten Treffer durch Kyle Greentree. Etwa eine Minute später sorgte Jean-Michelle Daoust für Jubel in der Liebenau, als er während eines Konters einen Ableger von Greg Day gekonnt über die Linie bugsierte.

In der 32. Minute stand der Bunker dann völlig Kopf. Wieder war ein Tor gefallen, nur dieses Mal hatte der Superstar selbst seine Hand im Spiel. Vanek stellte sich vor Zagreb Goalie Michael Ouzas und fälschte einen Handgelenksschuss auf Lattenhöhe zum 3:2 ab. Nach Protesten der Kroaten bemühten die Schiedsrichter den Videobeweis, gaben das Tor letztlich dann doch. Nun waren die Grazer wieder in Front, zeigten aber vermehrt Auflösungserscheinungen in der Abwehr, je näher es zur zweiten Drittelpause ging. So fiel der erneute Ausgleich der Bären durch Greentree nicht unverdient, als er Martin Oraze wie einen Amateur aussteigen ließ und dann den Puck zwischen die Beine von Frederic Cloutier schob.

Im Schlussabschnitt ging es dann noch mal zur Sache. Kevin Moderer brachte die Grazer in der47. Minute erneut in Führung, ließ sich feiern und krönte seinen Tag abschließend mit einem zünftigen Watschentanz mit Zagrebs Brine, der beiden das vorzeitige Ende des Spiels einbrachte. Übrigens nicht der erste dieses Abends. Schon im Drittel Nr.1 legte Taylor Holst an einem Kroaten Hand an. Matthias Iberer und Sasa Martinovic tauschten kurz darauf ihrerseits ein paar Zärtlichkeiten aus. Zählbares brachten aber nur noch die Kroaten dank einer fragwürdigen Strafe gegen Rupert Strohmeier wegen Spielverzögerung und einem strittigen Tor (Torraumabseits mit Behinderung des Torhüters) durch Brandon Buck in der 59. Minute zustande. Da auch ein Powerplay der Grazer kein Tor mehr einbrachte, mussten die Teams in die Verlängerung die ebenfalls torlos blieb.

Das Penaltyschießen war an Spannung kaum zu überbieten. Nachdem die beiden erste Schützen ihrer Teams versagten, scheiterte auch Thomas Vanek mit seinem Versuch. Die Kroaten konnten ebenfalls nicht einnetzen. Wren als dritter Schütze scheiterte ebenso wie sein kroatischer Konkurrent. Also durfte Vanek ein zweites mal antreten. Er lief an, nahm Maß und traf…. nur die Stange! Trotz Tors schien mit zwei Stangentreffern es nicht der glücklichste Abend des Stars zu sein. Erstaunlicherweise hatten aber auch die Kroaten keine Penaltyschützen mit, denn auch der Vierte versagte. Zuletzt wurde Olivier Latendresse eine Chance gegeben, der den Puck Goalie Ouzas recht humorlos aus knapp drei Metern unter die Latte setzte. Und wo man wieder bei kroatischen Penaltyschützen wäre…. auch der fünfte Versuch der Bären blieb erfolglos.

So holten sich die Graz 99ers trotz vieler Strafen und zwei Stangenschüssen durch Vanek doch noch den Sieg, der durch die Nebelsuppe auf dem Eis, welcher der ausverkauften Halle bedingt war, gar nicht zu leicht erkennen war.

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