Caps besiegen die Bullen und den Fluch

Fünf mal sind die Vienna Capitals in den letzten Jahren an den Red Bulls Salzburg gescheitert. Es war wie ein Fluch über die Mozartstädter nicht hinwegzukommen. Dieses mal war aber alles anders und mit dem 2:4 siegten die Wiener nicht nur zum zweiten mal in Serie in Salzburg sondern auch erstmals über den Fluch.

Gegenüber dem Freitag änderte die Capitals nichts an den Reihen und der Einstellung gegenüber den Salzburger. Mit Tempo und Aggressivität sollte man die Bullen an die Hörner packen. Bei den Hausherren war Rob Schremp wieder dabei und Luca Gracnar bekam wieder das Vertrauen von Pierre Page ausgesprochen.

Offensivspektakel

RBS-VIC-POSF6_01Die ersten 20 Minuten hatten es schon in sich. Die Wiener begannen wie geplant druckvoll. Salzburg versuchte sich mit allen Mitteln dagegen zu stemmen. Doch in der 8. Minute stellte Adrian Veideman mit einem Blueliner auf 0:1. Die Führung hielt aber nicht lange. Gerade als Jonathan Ferland nach einer Strafe zurück auf Eis kam, leisteten sich die Wiener einen der wenigen Fehler. Komarek erkämpfte sich in der Ecke den Puck und legte auf den freistehenden Andreas Kristler (11.) ab, der direkt übernahm und Goalie Zaba keine Chance ließ. Kurios der Führungstreffer der Wiener nur eine Minute später. Die Salzburger drängten auf den Anschlusstreffer überwanden Matt Zaba im Tor, jedoch nicht die Stange die den Puck entlang der Torlinie weiterleitete. Die Salzburger jubelten bereits wegen des vermeintlichen Treffers, nur die Wiener blieben ob des fehlenden Pfiffes der Referees aktiv. Lakos schnappte sich die Scheibe schickte Toni Romano auf die Reise. Dieser versenkte den Puck eiskalt zwischen Gracnars Beinschonern im Netz. Aufregung pur, doch nach einem Videostudium wurde bestätigt, dass zuvor kein Tor gefallen war und somit Romanos Treffer zählte.
Die Freude währte wieder nur kurz, da Kristler zwei Minuten danach erneut ausglich.

RBS-VIC-POSF6-2013-03-24 20-41-22Große Auftritte von Keller und Pinter

Der Mittelabschnitt ähnelte sich dem Anfangsdrittel mit Ausnahme der Tore. Wien stand hinten sicher, machte vorne Druck. Salzburg hatte seine Probleme. Sowohl in der Offensive als auch mit den schnellen Breaks der Wiener die damit immer gefährlich waren. Mit so einem Break machte Justin Keller seinen neuen Ruf als Bullen-Killer alle Ehre. Der erst im Dezember von Page aussortierte Kanadier eilte nach einem Zuspiel von Pinter auf und davon. Erst kurz vor dem Tor wurde er noch eingeholt, weswegen Keller sich zum Schuß auf das lange Eck entschied und in Unterzahl traf. Ein Treffer zum richtigen Zeitpunkt, denn Salzburg riskierte mehr und wurde bestraft.

In der 36. Minute folgte der große Auftritt von Philipp Pinter. Rafael Rotter übergab in der eigenen Zone den Puck an den Kärntner und dieser schaltete auf Sturmlauf, übertölpelte die gesamte Salzburger Linie, ließ Welser wie einen Hobbyspieler stehen und versenkte backhand ins Kreuzeck von Gracnar. Ein Tor der Marke Sonderklasse auch wenn es wie er selbst zugab ein Glücktreffer war.

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Mit dem 2:4 ging es in die Kabinen aus der einer nicht mehr auf das Eis zurückkommen sollte.

RBS-VIC-POSF6-2013-03-24 20-42-29_1aPage’s freudloser Abschied

Wie am Freitag war für Luca Gracnar war der Arbeitstag im Tor der Salzburger beendet und wurde durch Bernd Brückler ersetzt. Dieser hielt den Salzburger Kasten zwar sauber aber vorne konnten die Hausherren nichts verwertbares an die Ergebnistafel bringen. Außer Strafminuten auf beiden Seiten lief sonst nur noch die Uhr herunter. Da halfen auch Geschenke der Referees nicht. Salzburg ließ zwei 5:3 Powerplays vollkommen ungenutzt und auch die Herausnahme von Brückler für einen weiteren Feldspieler half nicht, da man wenn nicht schon an der Defense, dann wenigstens an der Stange scheiterte. Da merkte man auch das Fehlen des Sturmtanks Thomas Raffl, der einen Schuß vom eigenen Spieler in die Rippen bekam und auf dem Eis Blut spuckend liegen bieb. Die Verletzung stellte sich letztlich als Lungenriss heraus.

Die Wiener spielten den Vorsprung mit Kampf und Glück über die Zeit und als die Schlußsirene erklang brachen bei den Spielern mitgereisten Fans im positiven Sinne alle Dämme. Nach 2005 erreichten die Vienna Capitals wieder ein Finale und dazu gegen die Red Bulls Salzburg. Der Fluch ist besiegt und nun gilt alle Konzentration auf den nächsten Gegner. Den KAC! Für den Salzburger Trainer Pierre Page war es ein erfolgloser Abschied aus seiner Trainertätigkeit bei Salzburg. Dementsprechend kalt verlief auch das Handshake des streitbaren Kanadiers. Er wird als sportlicher Direktor für München und Salzburg weiter fungieren. Diesen Abschied hatte er sich wahrlich anders vorgestellt.

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