KHL Mythen und Gerüchte

Aktuell ist die KHL derzeit fast aktiver als während einer Saison. Neben den Problemstellen Spartak und Donbass kämpft man aber mit Halbinformationen, Gerüchten und Mythen.

Klubfusion Spartak und Atlant

KHL-LogoIm Zuge der akuten Probleme Spartak Moskaus und der latent vorhandenen Finanzschwäche von HC Atlant tauchten in den letzten Tagen vermehrt Gerüchte über eine mögliche Fusion der beiden Teams auf. Dafür würden durchaus wirtschaftliche Gründe sprechen. Mit dem HC Atlant tummeln sich im Großraum Moskau vier KHL-Klubs um die Gunst der Fans. Mit 11,5 Mio Einwohnern sollte das eigentlich für locker für alle Klubs reichen, doch die Realität holte die kleinen Teams gnadenlos ein.
Dagegen spricht die Erfahrung! Bisher haben aus der Not geborene Fusionen nur äußerst selten Erfolg gebracht. Fusionen bedeuten immer das Verschwinden von einem oder beiden Vereinen und wird die Anhänger eher abschrecken als anziehen. Ob eingefleischte Spartak Fans auch dem Fusionsklub die Treue halten, steht in den Sternen.

Teemu Selänne und Jokerit

Das Karriereende  des finnischen NHL-Superstars Teemu Selänne schürt die Legende um einen Rücktritt vom Rücktritt. Seit Wochen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Finne in der kommenden Saison für den KHL-Neuling Jokerit Helsinki auflaufen würde. Der mittlerweile 44jährige wuchs einst bei Jokerit auf, wo der Grundstein für seine gesamte Karriere gelegt wurde. Selänne selbst, dementierte Mitte Mai die Gerüchte, ließ aber in seinem Statement ein Hintertürchen offen, was wiederum die Gerüchte weiter anheizt.

Kovalchuk zurück zu New Jersey

Ilya Kovalchuk, RussiaSeit einigen Tagen, genauer gesagt seit einem Tweet des US-Radiomoderators Dino Costa, geistert das Gespenst einer Rückkehr Ilya Kovalchuks zu den New Jersey Devils herum. Ihm zufolge, sollen die Devils an Kovalchuk herangetreten sein um ihn zu einem Comeback zu bewegen. Vom Spieler selbst gibt es dazu bislang keine Statements, doch SKA St Petersburgs Vizepräsident Roman Rotenberg dementierte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS. SKA sei mit Kovalchuk in ständigen Kontakt und er selbst sei mit ihm befreundet. Deswegen glaubt er als einer der ersten zu erfahren, wenn es tatsächlich Kontakte zu New Jersey geben würde.

Unmöglich wäre eine Rückkehr freilich nicht. Selbst Altmeister Jaromir Jagr ging nach drei Jahren bei Avangaard Omsk zurück in die NHL und setzte seine Karriere bei den Philadelphia Flyers fort.
New Jersey hat durchaus berechtigtes Interesse an Kovalchuk. Bevor der Russe in die KHL ging, hatte er von den Devils einen langfristigen und äußerst lukrativen Vertrag erhalten. Während der Lockout-Saison 2012/13 zog sich Kovalchuk jedoch den Unmut der NHL und seines Teams zu. Nachdem alle Probleme zwischen der Spielergewerkschaft NHLPA und der NHL beseitigt und der Lockout beendet wurden, kehrte Kovalchuk nicht unverzüglich in die USA zurück, sondern schwänzte gemeinsam mit Pavel Datsyuk den Trainingsauftakt zugunsten des KHL All-Star Spiels. Nach der Saison ließ er dann 77 Mio Dollar aus seinem 100 Mio-Dollar Vertrag liegen und beendete offiziell aus familiären Gründen seine NHL-Karriere. Vier Wochen später unterzeichnete er einen Vertrag bei SKA St. Petersburg wo er bereits während des Lockouts spielte.
Einer Rückkehr Kovalchuks stehen aber durchaus Hindernisse entgegen. Einerseits die angegebenen Gründe für seinen Rücktritt, andererseits vertragliche Fragen zu einem neuen Engagement, denn Kovalchuk erfüllte seinen ursprünglichen Kontrakt nicht. Hier könnte die NHL den Devils einen Strich durch die Rechnung machen.

Phantomeinkäufe und Kartenvorverkäufe

Ein wahrhaft seltsames Schauspiel bieten die beiden KHL Aspiranten Lada Togliatti und Sochinskiye Leopardy (Sochi Leoparden). Obwohl von der KHL bisher noch keine Entscheidung über deren Teilnahme getroffen wurde, haben beide Teams bereits mit Spieleraquisitionen begonnen. Mehr noch: Lada Togliatti startete am 9. Juni  bereits den Abovorverkauf für die KHL. Zumindest ist man in Sochi nicht ganz so weit. Dort nimmt man „nur“ Spieler unter Vertrag und die Aufnahme wegen der brandneuen Infrastruktur (Olympiastadion) als gegeben an. Einen Plan B für eine eventuelle Ablehnung scheint es weder in Togliatti noch in Sochi zu geben. Wenn das mal nicht ins Auge geht.

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