Tretjak vs Fetisov – Der Kampf um den Verband

hockey-symbolbild-02Trotz Sommerpause geht es im russischen Eishockey derzeit recht hoch her, denn es herrscht Wahlkampf. Am 18. Juni wählt Russland die weitere Zukunft des Sports in der Person des Verbandspräsidenten. Anders als im ÖEHV ist die Wahl um die FHR keine ausgemachte Sache.
Was noch bis vor wenigen Wochen wie ein Alleingang für den bisherigen Präsidenten und Eishockeylegende Vladislav Tretjak aussah, änderte sich schlagartig als ein weiteres Urgestein mit in den Ring um den Posten stieg. Vyacheslav Fetisov machte sich daran, den amtierenden Präsidenten herauszufordern.

Dieser hat sich offenbar vorgenommen, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen und attackiert seitdem Tretjak an allen Ecken und Enden. Sei es das blamable Abschneiden des Nationalteams in Sotchi oder das Finanzdebakel Spartaks. Jeder Makel am „perfekten“ russischen Eishockey, dient als Zielscheibe. Das scheint Tretjak, der noch zuvor einen Herausforderer um das Amt begrüßte, nun doch in Bedrängnis zu bringen. Dieser Verwies als Gegenargument auf Fetisovs Attacken, auf den eindrucksvollen Auftritt der Sbornaja während der WM in Belarus und insgesamt vier WM-Titeln in den letzten acht Jahren.

Ein weiterer Dorn im Auge des Herausforderers sind die Prämien für die Spieler des Nationalteams. Nach Fetisovs Ansicht sollte es eine Ehre sein im russischen Nationalteam zu spielen für die es keine Boni oder Prämien benötigen dürfte. Es blockiere junge motivierte Talente und verderbe den Charakter. Die Abschaffung dieser Prämien ebenso wie die Erhaltung Spartak Moskaus in der KHL, wären wesentliche Bestandteile von Fetisov’s Politik als Präsident des FHR.

So könnte es tatsächlich ein Kopf an Kopf Rennen um das Präsidentenamt geben. Die regionalen Verbandschefs sind sich in der Frage, Tretjak vs Fetisov uneins, tendieren aber zum noch amtierenden Tretjak, während ehemalige Mitspieler wie Valerie Kamensky (Präsident des Regionalverbandes Moskau) oder Alexander Mogilny (Präsident von Admiral Vladivostok) die Werbetrommel für Fetisov rühren. Diese Wahl könnte man für Russland durchaus als richtungsweisend betrachten. Entweder Tretjaks Weg, der mit Ausnahme der olympischen Blamagen recht erfolgreich war oder Fetisovs Weg, der es gerne sehen würde wenn das russische Team an dem Nimbus der ehemaligen UdSSR anknüpfen würde.

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