AM BULLYPUNKT: Neue Saison mit Anlaufschwierigkeiten

Blicken wir also nun zu den Teams und was man sich erwarten darf.

HC Bozen

HCI vs HCBWie bereits erwähnt, hätte die Liga beinahe ihren Champion verloren. Die Bozener Füchse, die letzte Saison gerade noch rechtzeitig ein Team zusammenstellen konnten, blamierten die heimischen Teams mit dem Finalsieg über Red Bull Salzburg und den damit verbundenen Titel der EBEL. Weil man offensichtlich überhaupt nicht mit einem Erfolg rechnete, wurden Veträge mit Erfolgsprämien ausgestattet, die der Verein am Ende nicht stemmen konnte. So rutschte man in ein akutes Finanzierungsproblem, stellte plötzlich auch die Fernsehverträge in Frage und drohte mit dem Ausstieg aus der Liga. Irgendwie hatte man sich dann doch in der Mitte geeinigt und die Südtiroler stellten wieder auf den letzten Drücker ein Team zusammen. Hoffentlich hat zumindest man wirtschaftlich aus der letzten Saison gelernt.
Obwohl die Auftritte bisher noch keine Offenbarung waren muss man gespannt sein, wie die Südtiroler ohne Trainer Pokel und einigen wertvollen Spielern der letzten Saison zurecht kommen werden.

EC Red Bull Salzburg

Finanzielle Sorgen sind in Salzburg ein Fremdwort. Dank des Eigentümers hat man Geld im Überfluss und ist auch bereit, es mit vollen Händen auszugeben. Die Finalschlappe schmerzt in Salzburg immer noch, wewegen man nach allem wilderte was irgendwie Erfolg verprechen könnte. Nominell sind die Bullen das stärkste Team der EBEL, doch spätestens seit der letzten Saison, sollte auch in Salzburg klar sein, dass man Erfolg nicht immer kaufen kann.

Blackwings Linz

Ziemlich ruhig war es im Sommer um die Linzer.  Man setzt auf Bewährtes und verstärkte sich im wahrsten Sinne des Wortes nur punktuell. Dennoch ist Trainer Rob Daum zuversichtlich, dass sich die Kontinuität bezahlt machen und man oben mitspielen wird. Wenn die bekannten Stützen des Teams wieder ziehen, ist alles möglich.

Villacher SV

Den größen Wirbel verursachten die Villacher, da war die Saison nicht einmal noch zu Ende. Die Adler setzten Top-Scorer John Hughes vor die Türe. Er soll sich lieber einer Zechtour hingegeben haben, als sich für ein entscheidendes Playoffspiel vorzubereiten. Das war für die Draustädter verständlicherweise nicht hinnehmbar. Nicht unerwartet fand Hughes einen Platz bei Salzburg, dafür angelten sich die Villacher einen anderen Bomber. Während man in Wien wegen der Vetragsverlängerung von Spitzenstürmer Francois Fortier zauderte, schlugen die Villacher zu. Hinzu kommt John Lammers, der das „Unverstellbare“ getan hat und direkt vom KAC zum VSV wechselte. Für einen Finaleinzug wird es in Villach wohl nicht reichen, aber ein Semifinale ist allemal drin, auch wenn den Adlern ihre Grenzen durch die CHL deutlich aufgezeigt wurden.

Vienna Capitals

VIC vs KACKein Team hat sich in der Post Season so viel Blöße gegeben wie die Capitals. Das blamable Ausscheiden gegen Villach. der überraschende Abgang von Tommy Samuelsson, die ewige Warterei auf einen neuen Trainer, die Tatenlosigkeit um Francois Fortier und dann noch das Gezerre um den türkischen Premierminister Erdogan mitsamt bewusst gesetzten Falschmeldungen um aufgeregte Fans zu täuschen. Ja, die Wiener haben diesen Sommer jeden Bock abgeschossen, der zu erlegen war.
Zumindest sportlich ist man derzeit obenauf. In der Champions Hockey League noch ungeschlagen, geht man mit stolzgeschwellter Brust in die Saison. Aber es ist Vorsicht geboten. In den letzten beiden Jahren absolvierte man ebenfalls eine sehenswerte European Trophy, bevor man das Kunststück schaffte, in den Niederungen der EBEL noch unterzugehen. Ob der halbe Kaderaustausch, der im Übrigen so sicher eintritt wie das alljährliche Weihnachten, zur Konstanz beitragen kann, bleibt zweifelhaft.

EC Dornbirn

Die Bulldogs haben sich letzte Saison in die Herzen aller Eishockeyfans außerhalb von Salzburg gespielt. Mit ihrem heroischen Kampf im Playoff gegen den schier übermächtigen Gegner Red Bull, ernteten sie Sympathien en masse. Jetzt gilt es aber weiterzumachen und sich weiter zu entwickeln. Dornbirn hat der Liga gut getan und ihre Spielweise ist erfrischend. Die Transfers deuten an, dass man sich dem herzerfrischenden Kampf weiter verpflichtet. Eine Überraschung lieferten die Vorarlberger dennoch. Mit Garnet Exelby ergatterten die Bulldogs einen Defender mit der Erfahrung von 408 NHL Spielen.

Graz 99ers

In der steirischen Landeshauptstadt hängt man seit Jahren in der Luft. Es ist eigentlich so gut wie keine Entwicklung zu erkennen. Das mag daran liegen, dass die Steirer in der letzten Saison mit den meisten Legionären auflief.Vielleicht auch daran, dass der Liebenauer Eisbunker mittlerweile ein Handicap darstellt, die Ergebnisse der letzten Jahre sind zumindest unbefriedigend.
Auch diese Saison konnte man budgetbedingt keine Kracher an Land ziehen. Wenn Martin Oraze zu den auffälligsten Neuverpflichtungen zählt, ist eigentlich schon alles gesagt.

KAC

Wenn der Rekordmeister ein Playoff verpasst ist normalerweise Feuer am Dach. So auch dieses Jahr. Mit Martin Stloukal kam aus Znaim ein Trainer der den Tschechen in der EBEL einen ansehnlichen Eishockeystil verpasste. Dazu wurde die halbe Manschaft ausgetauscht. Die Stützen des letzten Meistertitels 2012 sind beinahe alle weg. Lammers, Scofield, Spurgeon; sie alle sind keine Rotjacken mehr. Dafür kamen sieben Neue, darunter auch Heimkehrer Thomas Hundertpfund. Der KAC ist somit die große Unbekannte, dem vom Finaleinzug bis Wiederholung der letztjährigen Pleite alles zuzutrauen ist.

TWK Innsbruck

HCI_KAC_120916_01Die Tiroler gehen weiterhin konsequent den Weg mit Tiroler Spielern. 14 Mann des akuellen Kaders stammen aus dem Bundesland, Patrick Machreich kommt aus Zell am See und der Rest sind Legionäre. Darunter auch Spieler mit EBEL-Erfahrung. Dustin VanBallegooie (G99), Marcus Olsson (VIC) und Adam Munroe. Der Weg bleibt für die Haie weiterhin steinig und man kann nur hoffen, dass die Innsbrucker die nötige Zeit dafür aufbringen. Ein Einzug in die Playoffs wäre eine Überraschung.

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