Salzburg und Wien als Gruppensieger in der CHL weiter

CHL-AUTÖsterreichische Teams als Gruppensieger der Champions League! Im Fussball undenkbar, im Eishockey gerade wahr geworden. Die Vienna Capitals und Red Bull Salzburg haben in der ersten Auflage der Champions Hockey League ihre Gruppenphase als Tabellenführer abgeschlossen und ziehen somit in die KO-Phase ein.

In der Gruppe B trafen sich die Vienna Capitals und der ZSC Lions zum Showdown um Platz 1. Dabei reichte den Wienern ein Punkt zum Gruppensieg, während die Züricher einen Sieg benötigten. Die Hausherren agierten im ersten Drittel jedoch zu passiv und fingen sich dadurch unnötige Strafen ein. Im zweiten Powerplay der Lions musste Matt Zaba zum ersten mal die Scheibe aus dem Netz holen. Obwohl man in Unterzahl war, ließ sich das Heimteam von einem weiten Pass überrumpeln. Roman Wick schlenzte den Puck scharf aber nicht unhaltbar über Zabas Fanghand ins Tor.

Erst im Mittelabschnitt trauten sich die Gastgeber mehr zu, ließen jedoch bei personellen Gleichstand die nötige Effizienz vermissen. So brauchte es ein Powerplay. Jamie Fraser wollte bereits schießen, brach den Schußversuch jedoch ab und brachte sich in einer bessere Position und schlenzte den Puck einfach auf Flüelers Tor.
Der Ausgleich brachte die Schweizer wieder auf den Plan, die den Druck deutlich erhöhten, was keine drei Minuten später in der erneuten Führung der Gäste durch Derek Smith mündete. In der 30. Minute war es wieder ein Verteidiger, der die Capitals im Powerplay an die Lions heranbrachte. Markus Schlacher nahm sich ein Herz und zog einfach zum 2:2 ab. Die Capitals bekamen plötzlich Oberwasser, was zu einer kuriosen Situation führte. Nachdem die Wiener die Züricher beinahe zwei Minuten lang in ihrem Drittel einschnürten und die Gäste nur mit einem unerlaubten Weitschuss für eine Verschnaufpause sorgen konnten, erbarmte sich Trainer Marc Crawford und nahm ein Timeout.
Das wirkte und nahm den Caps den Spielfluss. Die Züricher zogen wieder das Tempo an und stifteten Verwirrung in der Wiener Verteidigung. In einer solchen Situation, wo niemand mehr genau wusste wo sich das Spielgerät eigentlich befand, erfasste Robert Nilsson die Situation als Erster und brachte die Lions erneut in Führung.

Jamie-Fraser-Spielerportrait

Im Schlussdrittel ging es nun um Alles oder Nichts. Das Heimteam versuchte gleich nach dem Bully Druck aufzubauen und fand schon bald gute Chancen vor. Dustin Sylvester hatte leider Pech und traf bei seinem Versuch nur die Schulter des regungslosen Schweizer Goalies. Auch Kris Foucault konnte eine großartige Chance nicht nutzen und so war wieder Jamie Fraser gefragt. Ein Hammer von der blauen Linie sorgte für den erneuten Ausgleich. Der Schock saß! Es entwickelte sich ein Spiel mit offenen Visier mit besseren Chancen für die Gäste, doch wieder war es Jamie Fraser der für die Wiener scoren musste. 2:58 vor dem Ende hämmerte der Kanadier den Puck zum Hattrick erneut in die Schweizer Maschen.
Mit der erstmaligen Führung der Wiener, die zum besten Zeitpunkt fiel, brach bei den Lions sichtlich der Stress aus. Zürich versuchte vergeblich den Ausgleich zu erzielen, während die Wiener ihnen mit einer Strafe 1:20 min vor dem Ende entgegen kamen. Sven Klimbacher wurde wegen hohen Stocks auf die Strafbank versetzt. Mit der Überzahl, bei der Goalie Flüeler zunächst auf dem Eis blieb und erst später für einen sechsten Feldspieler rausgenommen wurde, drängten die Eidgenossen auf den Ausgleich. Der schlechte Tag für die Schweizer wurde richtig mies, als Matt Watkins mit einem Befreiungsschlag genau in den Lauf von Jonathan Ferland spielte und der mit dem short-handed-empty-net Goal vor 4450 Zuschauern den Endstand zum 5:3 und somit den Gruppensieg und Aufstieg fixierte.

In Salzburg hatte Red Bull weit weniger Schwierigkeiten mit den Kloten Flyers. Man merkte den Schweizern sichtlich an, dass es für sie um nichts mehr ging. So hatte Salzburg auch relativ leichtes Spiel mit den Flyers. Mit geringer Gegenwehr ermöglichten die Gäste den Mozartstädter beachtliche sieben Tore und sorgten so dafür, dass JYP Jyväskylä’s 3:0 gegen HV71 Jonköping zum Pyrrhussieg wurde. Am Ende gewann Red Bulls Salzburg mit dem 7:1 nicht nur das Spiel sondern auch die Gruppe I der CHL.

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