Opfer des politischen Konflikts

KHL Logo 2014_3Der politische Konflikt zwischen Russland und dem Westen, schlägt sich wegen der gesetzten Wirtschaftssanktionen und dem daraus resultierenden Verfall des Rubels auch auf den Profisport nieder. Auf eine multinationale Liga wie die KHL hat dies besondere Auswirkungen, welche die Spieler, Teams und Liga vor Probleme stellen.

Bereits bei der Gründung der KHL mit nichtrussischen Teams, wurden Verträge mit Gehältern in Rubel vorgeschrieben. Einerseits sollte das die eindeutige Zugehörigkeit der Liga zeigen, andererseits wollte man die wechselkursbedingten finanziellen Verhältnisse innerhalb der Liga stabilisieren. Bei Verträgen in der jeweiligen Landeswährung wären selbst Mitläufer in Teams aus dem Euro-Raum nun Top-Verdiener und das Gehaltsgefüge innerhalb der KHL drohe zu kollabieren.

Die Lage hat aber auch ihre Schattenseiten!

So bewirkte der Verfall des Rubels, dass die KHL-Ckracks im Vergleich zu Euro und Dollar seit dem 3. September um durchschnittlich 37% weniger verdienen. Kein Wunder also, wenn vor allem die Spieler aus dem Euroraum und die Legionäre in den russischen Teams nicht gerade glücklich über die Situation sind. Offiziell halten sich die Legionäre noch bedeckt, einige haben aber schon beim Vizepräsidenten des russischen Eishockeyverbandes und Generaldirektor des KHL Marketings Roman Rotenberg, den Wunsch nach Kurskompensation geäußert.

Rotenberg meinte dazu in einem Interview mit Gazeta.ru, dass man vorerst abwarten und die wirtschaftliche Situation genau beobachten werde. Er räumte aber auch ein, dass es am Ende der Saison durchaus Schwierigkeiten mit neuen Verträgen geben wird.

Bis dahin sieht die KHL zwar die Probleme, aber noch keinen akuten Handlungsbedarf. Halten die Wirtschaftssanktionen und der Verfall des Rubels jedoch weiter an, läuft man Gefahr dass eine attraktive, multinationale Eishockeyliga auf dem Altar der Politik geopfert wird.

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