Semifinale: Gelingt Jokerit die große Überraschung?

In der KHL lichten sich die Reihen. Insgesamt stehen nur noch acht Teams im Bewerb und im Kampf um den Gagarin Cup. Dieser Kampf beginnt heute mit den Western Conferece Seminfinali, wo man durchwegs alte Bekannte wieder findet.

Transnationaler Showdown

Neben einigen alten Bekannten, findet sich auch ein ausgesprochen aufmüpfiger Neuling im Semifinale. Die Premierensaison von Jokerit Helsinki sprengt alle Erwartungen. Hatten sich die Finnen im Sommer noch im gepflegten Understatement geübt, rocken die Finnen seitdem die Liga.

Mit Ausnahme der ersten drei Runden, verbrachte Jokerit seine Saison stets unter den Top 5 der Western Conferece, war zweimal sogar zweiter und wurde erst kurz vor dem Playoff von Dynamo Moskau auf Platz 4 verwiesen.

Helsinki trifft im Seminfinale auf den Dominator der Saison – CSKA Moskau. Der Klub der Roten Armee investierte in den letzten Jahren viel Geld um nach Jahren des Darbens wieder konkurrenzfähig zu sein. Die Spieler die „rekrutiert“ wurden lesen sich dabei wie das „Who is Who“ des russischen Eishockeys. Neben Rauhbein Evgeny Artyukhin, Denis Denisov und Top Legionären wie Stephane DaCosta oder Ondrej Nemec ist der Star des Teams, der nicht unumstrittene Alexander Radulov. Und weil man vom Toreschießen alleine nicht Champion wird, investierte man auch in die Torhüter und darf neben Stanislav Galimov (91,9%) auch auf Kevin Lalande (93,4% + 95,4% im SF) als Torhüter zählen.

Das Resultat kann sich bisher sehen lassen. Seit dem 30. Spiel war CSKA unangefochten an der Tabellenspitze und im Viertelfinale fegt man den HC Sochi mit einem Sweep aus dem Playoff.

Alles andere als ein Gewinn des Cups wäre für die Moskauer eine herbe Enttäuschung.

CSKA Moskau vs Jokerit Helsinki (17:30 Uhr live auf Laola1.tv)

HC Hollywood vs Arbeiterverein

In der zweiten Semifinalbegegnung treffen zwei alte Rivalen aufeinander.

SKA St. Petersburg ist so etwas wie die Wundertüte der KHL. Stets stark, stets den Titel im Auge aber immer konsequent das große Ziel verfehlt. Da halfen in der Vergangenheit auch keine Stars wie Maxim Afinogenov. Bisher konnte auch Superstar Ilya Kovalchuk den Cup noch nicht in die Zarenstadt bringen.

Auch in dieser Saison brachten die St. Petersburger keine konstanten Leistungen zustande. So brauchte man den direkten Vergleich mit Dynamo Moskau um am Ende der Regular Season vor Dynamo zu bleiben.

Die Hauptstädter hingegen wissen bereits wie man die Trophäe einsammelt, durften sie 2012 und 2013 bereits den Cup stemmen. Im Kader hingegen fehlen die ganz großen Namen. Mit Ausnahme von Nikolai Zherdev verfügt niemand über ansprechende NHL Erfahrung und viele der Moskauer Cracks fanden nie den Weg über die russische Grenze. Dennoch wurden sie im Laufe der Saison immer besser und kletterten die Tabelle stetig hinauf. Am Ende reichte es nicht ganz zu Platz 2 im Westen, doch im Playoff sind die Karten neu gemischt und mit Lokomotiv Yaroslavl eliminierte man bereits eine harten Gegner.
Diese Semifinalbegegnung dürfte also an Spannung kaum zu überbieten sein.

SKA St. Petersburg vs Dynamo Moskau (17:30 Uhr live auf Laola1.tv)