Gagarin Cup 7: CSKA’s historische Schlappe

Nach einem unglaublichen Comeback von SKA St. Petersburg gegen den Ligadominator CSKA Moskau gehen die St. Petersburger morgen gegen Ak Bars Kazan in das Gagarin Cup Finale.

Wie heißt es so oft: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! So etwa müssen sich die Cracks von CSKA Moskau und allen voran Alexander Radulov fühlen. Da fertigen die Hauptstädter während der Saison jedem Gegner ab, spazieren durch die Playoffs und liegen im Conference Finale gegen SKA bereits mit 3:0 in Spielen vorne. Vier Matchpuck sollten doch reichen? Eben nicht!

SKA gelang das Kunststück, die Serie völlig zu drehen und mit 3:4 ins Gagarin Cup Finale aufzusteigen. Ob es nun am Monat April gelegen ist oder andere Ursachen hatte? Die Antwort wird wohl niemand genau geben können. Fakt ist, dass die drei Spiele im März alle vom Favoriten CSKA gewonnen wurden. Mit Schlag 1. April wussten auch die St. Petersburger wie man Begegnungen für sich entscheiden kann und verlernten dies bis zum Ende der Serie nicht mehr. Als 9:19 min vor dem Ende Patrick Thoresen zum 2:3 für St. Petersburg traf, brach bei CSKA die Panik aus. Die Hauptstädter warfen alles nach vorne, nahmen Goalie Mikko Koskinen unter Beschuss, doch alles half nichts. Mit der Schlußsirene war klar. CSKA war draußen, trotz guter Vorzeichen, aller guten Voraussetzungen und trotz des komfortablen 3:0 Vorsprungs. Was bleibt ist Hadern! Vor allem mit den Referees.

Schon am Tag vor dem „Endspiel“ ersuchte CSKA die Liga vergeblich, die vorgesehenen Schiedsrichter zu ersetzen und genau diese Unparteiischen erkannten ein Tor der Moskauer nicht an, nachdem bereits im 1. Drittel der Video-Judge eines aberkannt hatte. Da ist auch der 500. Scorerpunkt in der KHL für Radulov kein Trost. Mehr werden es diese Saison nicht mehr werden.

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Als Gegner steht den St. Petersburgern eine Überraschung gegenüber. Bei Ak Bars Kazan hatte man im Oktober mit allem gerechnet. Nur nicht mit dem Einzug ins Finale. Im Gegensatz zur Western Conference hatten die Tataren eher leichtes Spiel mit ihrem Kontrahenten Sibir Novosibirsk. In fünf Spielen war die Sache abgehandelt und man durfte sich auf den letzten großen Schritt vorbereiten. Dabei gilt Kazan eher als biederes, hart arbeitendes Team, und nicht als eines welches Eishockey zelebriert. Aber das Glück gehört den Tüchtigen, auch wenn sie es im Playoff bisher gar nicht benötigten. So fielen Automobilist Yekaterinburg, der noch amtierende Champion Metallurg Magnitogorsk und nun auch Sibir den Tataren jeweils mit 4:1 zum Opfer.

Am Samstag erwartet die KHL (16 Uhr MEZ) eine schier ungleiche Paarung. Die Arbeiter der tatrischen Ebene gegen das „Team Hollywood“ aus der Zarenstadt. Es wird ein Duell der Philosophien bei dem Spannung auf alle Fälle garantiert sein sollte.