Der nächste Ausfall droht

Man kennt das! Es ensteht etwas Neues, viele wollen dabei sein, überschätzen sich und müssen am Ende passen. Die KHL ist da nicht anders und erlebt gerade eine natürliche Auslese, die auch im achten Jahr noch nicht abgeschlossen scheint.

Nach Lev Praha und dem Traditionsklub Spartak Moskau droht mit dem HC Atlant der nächste Ausfall der russischen Liga. Wie KHL Präsident Dmitry Chernyshenko russischen Medien mitteilte, wird der Verein aus dem Großraum Moskau zumindest die kommende Saison pausieren müssen. Damit teilt der Verein das Schicksal von Spartak Moskau, der wegen dem Absprung eine wichtigen Sponsors bereits die letzte Saison nicht bestreiten konnte. Auch Atlant ist auf der Suche nach Sponsoren, was sich in Zeiten von Wirtschaftssanktionen als schwierig erweist. Wie es mit Atlant weitergehen wird, konnte weder der KHL-noch Klubpräsident und ehemaliger Eishockyestar Valeri Kamensky erläutern.

Die Rückkehr von Spartak Moskau in die KHL steht noch weiterhin auf wackeligen Beinen. Trotz intensiver Arbeiten im Hintergrund konnten die Moskauer bisher noch keine Finanzierungsgarantie vorlegen.

Über den Verbleib Slovan Bratislava’s in der KHL soll die Entscheidung Ende Juni fallen.

Bisherige Abgänge der KHL

Lada Togliatti

Der Werksklub gehört zu den ersten Teilnehmern der KHL wo das Team auch zwei Saisonen absolvierte. Togliatti musste die Liga jedoch verlassen, da die Ausnahmeregelung an die Mindestanforderungen der Infrastruktur auslief. Togliatti musste wegen der Nichterfüllung die Liga verlassen. Mit dem Bau einer neuen Heimstätte erlangte das Team wieder die Spielberechtigung ist und seit der Saison 2014/15 wieder Mitglied der KHL.

Lokomotiv Yaroslavl

Kaum ein Schicksal der letzten Jahre hatte die Sportwelt mehr bewegt als jenes von Lokomotiv Yaroslavl. Während der Anreise zum KHL-Eröffnungsspiel gegen Dinamo Minsk, kam bei einem Flugzeugunglück beinahe die gesamte Mannschaft ums Leben. Nur drei Spieler kamen davon, da sich sich nicht im Flugzeug befanden. Unter den Toten befanden sich Stars wie Pavol Demitra oder Josef Vašíček. Trotz der Zusicherung der Liga und der Teams mit Spielern auszuhelfen, trat Lok in der Folge den Gang in die Zweite Liga (VHL) an. Ein Jahr später kehrte Yaroslavl in die KHL zurück.

Donbass Donezk

Die Ukrainer waren weder finanziell angeschlagen, noch hatten sie sonstige Probleme. Donezk fiel den politischen Umständen zum Opfer. Mit dem Kampfgeschehen in der Ostukraine und in Städten wie Donezk, war es dem Team unmöglich einen gesicherten Spielbetrieb zu gewährleisten oder geeignete Spieler zu engagieren. Zudem wurde in der heißen Phase des Konflikts die Donbass Arena von Unbekannten geplündert und in Brand gesteckt.

Ob und wann Donbass Donezk in die KHL zurückkehren kann ist ungewiss.

Lev Praha

Ursprünglich als Lev Hradec Králové gegründeter Eishockeyverein, übersiedelte der tschechische Klub nach Poprad in die Slowakei, Der tschechische Verband verweigerte die Freigabe für die KHL. Als die Unstimmigkeiten mit dem Verband geklärt waren, übersiedelte Lev 2012 weiter nach Prag, wo er sich fortan Lev Praha nannte. 2014 erreichte Lev dann überraschend das Gagarin Cup Finale, wo die Tschechen dem späteren Champion Metallurg Magnitogorsk unterlagen. Schon kurz darauf wurden finanzielle Probleme akut und am 1. Juli 2014 wurde die Beendigung des Spielbetriebs und das Ende von LevPraha bekannt gegeben.

Spartak Moskau

Die Ankündigung im Vorjahr, Spartak Moskau würde die Saison 2014/15 aussetzen müssen, war wie ein kleines Erdbeben in Russland. Nachdem Spartak bereits 2006 Probleme hatte und den Spielbetrieb einstellte, kehrte man bereits 2007/08 in die damalige Superliga zurück, ehe man ein Jahr später in die neu gegründete KHL umstieg. Der Absprung eines wichtigen Geldgebers im Vorjahr, erschütterte den Verein. Die Finanzierung der Saison war nicht mehr möglich und die Suche nach einem neuen Sponsor blieb ergebnislos. So trat man für die letzte Saison aus der KHL zurück und arbeitet seitdem am Wiedereinstieg.

HK MWD

Im Jahr 2004 beschloss das russische Innenministerium einen eigenen Eishockeyverein auf die Beine zu stellen und gründete den HK MWD. Einsparungen zwangen das Ministerium dazu den Verein 2010 mit Dynamo Moskau zu fusionieren, wo der Verein letztlich völlig aufging.

Chimik Woskressensk

Chimik Woskressensk ist der klassische Fall von finanzieller Selbstüberschätzung. Als Meister der einstigen zweiten Liga, trat der Verein in der Premierensaison der KHL bei und musste bereits während der laufenden Meisterschaft mit Zahlungsschwierigkeit kämpfen. Im Sommer 2009 wurde der Verein aus der KHL ausgeschlossen, da offene Gehaltsforderungen nicht bedient wurden. Zwei Jahre später löste man das Herrenteam vollständig auf und rettete so die Nachwuchsabteilung.