Eishockey Down Under

Während Europa unter Hitzrekorden gelitten und wehmütig an die erträglichen Temperaturen während Eishockeysaison gedacht hat, wurde und wird andernorts eifrig dem Puck hinterhergejagt.

Selbstredend trifft das ausschließlich auf die südliche Erdhalbkugel zu, von der man in Sachen Eishockey kaum etwas weiß. Im Folgenden macht IceZone einen kurzen Blick nach Down Under und zu den All Blacks nach Neuseeland um die dort ansässigen Eishockeyligen vorzustellen.

In Australien nennt sich die oberste Eishockeyliga wenig überraschend „Australian Ice Hockey League“ (AIHL) und existiert in ihrer aktuellen Form seit dem Jahr 2000, nachdem die „National League“ zusammegebrochen war. Der Wiederbeginn des Australischen Eishockeys war aber vom massiven Schwierigkeiten gezeichnet, sodaß die erste Saison lediglich von drei Teams bestritten wurde. Der Champion dieser ersten Saison um den Goodall Cup waren die Sidney Bears. Im Jahr darauf stießen drei weitere Teams zur AIHL dazu und 2003 wurde das Playoff der besten vier Teams implementiert. Zuvor war der Sieger der Regular Season auch AIHL Champion. 2005 erhöhte sich die Anzahl der Teams letztlich auf 8.

Mit wechselnder Besetzung hielt die AIHL jedoch die Teilnehmeranzahl stabil und wird heute durch folgende Teams bestritten:

Canberra Braves
Adelaide AdrenalineMeldbourne Ice
Melbourne Mustangs
Newcastle North Stars
Perth Thunder
Sidney Bears
Sidney Icedogs

So exotisch Eishockey in Australien auch klingen mag, gelang es den Teams der AIHL bereits einige durchaus namhafte Spieler an den Fuß des Ayers Rock zu lotsen. Gingen dort bereits Steve McKenna (350 NHL Spiele) oder Rob Zamuner (798 NHL Spiele) in Australien auf Torjagd. Auch Österreich war schon in der AIHL vertreten. Während der Saison 2006-07 spielte Christoph König für die Central Coast Rhinos und erzielte in 11 Spielen 6 Tore und 14 Assists.

Qualitativ stellt die Liga ein eiziges Rätsel dar. Mit Ausnahme der Sidney Icedogs, die nach 19 Spielen bei mageren 2 Punkten halten, sind die Abstände der restlichen Teams im üblichen Rahmen. Dennoch sind zweistellige Ergebnisse in der AIHL keine Seltenheit. Allein im Juli endeten vier Spiele im zweistelligen Bereich. Gemessen an der Torausbeute dürfte das Spiel zwischen Adelaide Adrenaline und den Canberra Braves am 11. Juli für einige Jubelstürme und Herzinfarkte gesorgt haben, endete das Spiel doch mit 11:7 (!sic).

Modus

Die Meisterschaft der AIHL startet gewöhnlich dann, wenn viele europäischen Ligen gerade in den Playoffs stecken oder bereits beendet wurden. Ab ca. Mitte April beginnt in Australien das Treiben auf dem Eis. In der Regular Season werden je zwei Hin- und Rückrunden ausgespielt, ehe es für die besten vier Teams in die Playoffs um den Goodall Cup geht.

Playoffs in Australien sind nicht mit den üblichen Endrunden zu vergleichen. Down Under wird der Champion in einem Finalturnier ausgepielt, welches gerade ein Wochenende andauert. So auch heuer!
Vier Teams werden am 29. und 30. August in Melbourne im Modus jeder gegen jeden den Champion unter sich ermitteln, womit die Bezeichnung Playoffs leicht irreführend ist.

Zahlen, Daten, Fakten:

Nationaler Verband: Ice Hockey Australia
IIHF Mitglied seit: 1939
Registrierte Spieler: 2600 (vergl. Österreich: 6069)
Registrierte Spielerinnen: 389 (vergl. Österreich 673)
WM Gruppe: Div IIA (umgangssprachlich: obere C-Gruppe)
Weltrangliste: 34.

Liga: Australian Ice Hockey League
Teams: 8
Gegründet: 2000
Zuschauerschnitt: Unbekannt, da bei viele Spielen nicht angebeben
Spielerstatus: Semiprofessionell
Spielerregulativ: max. 6 Legionäre pro Team

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