KHL Vorschau 2016

Heute startet mit der Begegnung CSKA Moskau gegen Metallurg Magnitogorsk die KHL in ihre neunte Saison und erstmals nehmen 29 Team aus acht Nationen teil.

Mit den Kunlun Red Star ist erstmals ein Team aus dem Reich der Mitte dabei und musste gegen Barys Astana in der Vorbereitung schon ordentlich einstecken. Das Debüt der Chinesen überdeckte beinahe die finanziell prekäre Situation einiger KHL Teams während des Sommers. Ganz acht Vereine ächzten unter einem Schuldenberg, der sie beinahe um einer weitere Teilnahme gebracht hätte. Darunter auch Medveščak Zagreb, Dynamo Moskau, Dinamo Minsk und zum wiederholten Male Slovan Bratislava. Letztlicht konnte man die Schulden abbauen und musste kein Verein W.O. geben.

Top Favorit: Metallurg Magnitogorsk

Die Eastern Conference wird auch heuer wieder von Metallurg Magnitogorsk bestimmt werden. Die Gagarin Cup Campions mussten über den Sommer kaum personelle Verluste hinnehmen und können auch weiterhin auf die Qualitäten eines Sergej Mozyakin oder Alexander Syomin zählen, womit Magnitogorsk wieder zum engsten Favoritenkreis zählt.

Zu den Herausforderern zählen unter anderem Ak Bars Kazan, die sich über den Sommer mit reichlich frischem Spielermaterial eingedeckt haben. Darunter Andrej Popov, Rok Ticar oder Jiri Sekac von den Arizona Coyotes. Auch Avangard Omsk macht sich wieder berechtigte Hoffnungen um den Titel mitspielen zu können. Doch es gibt auch Zweifel. Zu viel wurde während der Offseason am Team herumgeschraubt. Ein neuer Coach und beinahe ein völlig neues Team müssen erst unter Beweis stellen, dass sie vereint eine schlagkräftige Truppe abgeben.

Das große Überraschungsei könnte wieder Sibir Novosibirsk legen. Letzte Saison, als sie niemand auf der Rechnung hatte, beendeten sie den Grunddurchgang auf dem überraschenden dritten Platz. Auf diesem Erfolg aufbauend, versuchte man sich gezielt zu verstärken und holte dabei auch Evgeny Artyukhin an Bord.

Gelingt SKA der große Wurf

Glaubt man russischen Experten, dürfte die KHL in der Western Conference nur noch eine Sache zwischen CSKA Moskau und SKA St. Petersburg sein. Die beiden Armeeklubs stehen dort hoch im Kurs. Die Hauptstädter haben jedoch das Problem Alexander Radulov ersetzen zu müssen, der wieder in die NHL ging. Auch Jungstar Nikita Zaitsev wechselte über den Teich zu den Toronto Maple Leafs. Die Moskauer versuchten so gut wie möglich gegenzusteuern und doch könnte es zu wenig sein.

Der großen Rivale ist und bleibt SKA St. Petersburg. So selten das Team aus der Zarenstadt Geldprobleme hatte, so selten durfte ein St. Petersburger Hand an den großen Pokal anlegen. Egal wer im blauen Jersey auflief, der Cup blieb wie der heilige Gral unerreichbar.
Das soll sich diese Saison ändern und dafür wurde wieder kräftig investiert. An der Bande übernahm Oleg Znaroks das Zepter, wurde Top Scorer Brandon Kozun von Jokerit Helsinki weggelotst, Viktor Tikhonov aus Arizona zuarückgeholt und machte den Wohl größten Transferwurf seit Ilya Kovalchuk. Mit Pavel Datsyuk verfügt SKA nun über das „Who ist Who“ des russischen Angriffseishockeys. Hält die Verteidigung rund um Slava Voinov wird der Titel nominell nur über St. Petersburg zu holen sein.

Dahinter werden Jokerit Helsinki, Dinamo Minsk und Dynamo Moskau in erster Linie damit beschäftigt sein, nicht völlig abgehängt zu werden. Die Finnen haben bisher stets überragende Leistungen gezeigt, doch müssen sie den Verlust von Kozun verdauen und vertrauen bei den Verpflichtungen in erster Linie auf bekannte Spielerpersönlichkeiten aus Finnland und Schweden. Mit nordamerikanischn Wurzeln kamen aus der AHL lediglich Brian O’Neill und Joey Hishon. Doch vielleicht steckt in einem der beiden ein neuer Lozun, der vorher selbst nur eine „Unbekannte“ aus der AHL war.
Auch bei Red Bull Salzburg bedienten sich die Finnen. Wouter Peeters vom Salzburger Farmteam erhielt einen Zweiwegevertrag und bekommt vielleicht seine Chance, auch in der KHL das eine oder andere mal das Tor zu hüten.

 

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