Auf der Jagd nach den Blackwings

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Noch mehr Ambitionen

Olimpija Ljubljana hatte es im Sommer nicht leicht. Der VSV bediente sich bei den „Green Dragon“ wie in der Restpostenkiste eines Schuhdiskounters und nahm den Slowenen gleich vier Spieler weg. Viele andere hingegen verteilten sich quer über Europa. Am meisten wird die Laibacher wohl der Abgang von John Hughes, Justin Taylor und Jamie Fraser (Vienna Capitals) schmerzen. Diese drei Spieler waren Stützen des Teams und sind schwer zu kompensieren.
Wer glaubt, Laibach suchte Ersatz in der EBEL der irrte! Einzig von Jesenice holte man vier Spieler, wovon noch zwei im Tryout feststecken. Ansonsten verpflichtete man Spieler aus aller Welt. Von der Papierform her wird es für Olimpija schwer werden die Vorjahresperformance zu halten.

KHL Medvescak Zagreb ist mittlerweile eine europaweite Berühmtheit für Spiele im sensationellen Ambiente. Nach den IceFever Spielen vor 15.000 Zuschauern im Vorjahr, geht man es heuer etwas kleiner, dafür aber umso einzigartiger an. Mit Spielen im Amphitheater von Pula möchte man neue Maßstäbe setzen. Kein Wunder, dass die russische KHL nach Zagreb giert. Ob sportlich die Bären mit den Veranstaltungen mithalten können, muss sich erst zeigen. Die Transfers sind in Zagreb traditionell bodenständig aber effektiv. Das macht sie gefährlich, ist aber auch eine Gratwanderung. Es ist eher nicht zu erwarten, dass mehr als ein Semifinale drinnen sein wird.

In Ungarn weiß man nicht so recht, ob der Aufwärtstrend der letzten Jahre fortgeführt werden kann. Man hielt so viele Spieler wie möglich, setzt auf Kontinuität. Der Abgang von Derek Ryan hat einen bitteren Nachgeschmack, soll er doch in Fehervar einen gültigen Vertrag haben. Um sich weiterzuentwickeln haben die Ungarn nur punktuell nachgerüstet. Allen voran mit Altstar Frank Banham.

Ziel: Finale und mehr

Nach der verpatzten letzten Saison haben die Vienna Capitals keinen Stein auf dem anderen gelassen, wurde komplett um- und aufgerüstet. Mit Bernd Freimüller konnte dazu ein anerkannter Experte für den Spielermarkt gewonnen werden. Erste wesetliche Änderung der neuen Transferpolitik: Die Statistik der Spieler spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Es zählt individuelles Können, Auftreten und Teamgeist!
Wie sehr man damit richtig liegen dürfte, zeigte die European Trophy. Mit sensationellen vier Siegen en suite gegen die Creme de la Creme des europäischen Eishockeys, haben die Wiener gezeigt was in ihnen steckt und zurecht Anspruch auf den Titel erhoben.

Red Bull Salzburg tat es den Wiener gleich und mistete kräftig aus. Nicht weniger als zehn Spieler des Vorahres sind diese Saison nicht mehr im Kader der Bullen. Dafür wurden 14 Spieler geholt, die meisten davon aus Übersee. Jene die man aus der eigenen Liga an die Salzach lockte haben jedoch Star-Status in der EBEL. Keller und Kinasewich waren Stützen in ihren Teams. Ob man aber im ersten Jahr mit einem beinahe vollständig runderneuerten Team auf Dauer bestehen kann, müssen die Salzburger erst unter Beweis stellen. Zumindest sollte man die Bullen im Rennen um den Titel aber wieder auf der Rechnung haben.

Der verpasste Titel war für den KAC kein Grund zur Panik und zu überstürtzten Aktionismus. In Klagenfurt folgt man weiter den eingeschlagenen Kurs und wechselte lediglich zwei Spieler. Christoph Brandner und Dieter Kalt sind die einzigen die nicht mehr im Kader aufscheinen, dafür wurden Patrick Harand aus Graz und Jamie Lundmark aus der KHL/Dinamo Riga engagiert. Das Ziel ist wieder Finale mit der Hoffnung eine Hungerstrecke wie letzte Saison verhindern zu können.

Titel zu gewinnen ist schon schwer. Sie zu verteidigen noch viel mehr! Gerade dann wenn die wichtigsten Protagonisten abhanden kommen. So müssen die Blackwings Linz auf Top-Scorer Justin Keller (RBS), Abwehrrecke Adrian Veideman (VIC) oder auf Axel Jan-Axel Alavaara (Karriereende) verzichten. Rob Daum musst gleichwertigen Ersatz suchen und hofft diese gefunden zu haben. Zwei davon wurden aus der Natioallia in die EBEL geholt.
Als Titelverteidiger hat man natürlich den Anspruch auf ein erfolgreiches Unterfangen, doch die Konkurrenz schläft nicht und für die Linzer wird es ziemlich schwer werden.

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