CHL: Peinliches Ausscheiden für Salzburg! Caps ebenfalls raus!

CHL-LogoOffensichtlich scheint der Name Red Bull ein Garant für Ausrutscher der besonderen Art zu sein. Was im Salzburger Fußball und der dazugehörenden Champions League schon fast eine liebgewordene Tradition ist, hat nun einen Ableger im Eishockey gefunden. In der Champions Hockey League leistete sich Red Bull Salzburg ebenfalls einen geschichtsträchtig peinlichen Abgang.

Die Salzburger, die das Hinspiel in Schweden mit 2:4 für sich entscheiden konnten, lagen am Dienstag gegen Lulea nach dem ersten Drittel bereits mit 4:1 in Front. Der beruhigende 5-Tore-Polster schien aber wie eine Schlaftablette auf Salzburg gewirkt zu haben, denn im 2. Drittel verstanden die Fans im Volksgarten die Welt nicht mehr. Plötzlich schlug der Puck in 2-4 Minutenabständen im Heimnetz ein, womit der komfortable Vorsprung in satten 13 Minuten komplett verspielt war.

Mit einem 4:6 ging man in den Schlussabschnitt, musste nach 9:54 min den siebenten Treffer hinnehmen und war praktisch ausgeschieden. Salzburg versuchte zu retten, was zu retten ist. Erst 115 Sekunden vor der Schlußsirene brachte Thomas Raffl auf den letzten Drücker die Salzburger in die Verlängerung, die torlos blieb. Im Penaltyschießen scheiterten alle Schützen der Bullen, während die Schweden zwei verwerteten. Damit war die Sensation aus schwedischer Sicht perfekt und Salzburg, die alle Trümpfe in der Hand hatten, draußen.

Zeitgleich versuchten in Wien die Vienna Capitals das 3:1 aus dem Hinspiel umzudrehen. Trotz ambitioniertem Einsatz gelang es den Hausherren aber nur selten den finnischen Meister Oulu Kärpät unter Druck zu setzen. Die Gäste hatten mit dem beherzten Spiel der Wiener anfänglich Probleme und benötigten eine Zeit um selbst in Spiel zu finden. So ist es trotz des offenherzigen Spiels beider Seiten nicht verwunderlich, dass der erste Treffer im 2. Drittel fiel. Kärpät fand sich immer besser zurecht und nutzte Konzentrationsschwächen in der Wiener Abwehr zum 1:0. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Matt Watkins, zauberten die Finnen ein Traumtor aus dem Hut und gingen nur Sekunden nach dem Wiener Treffer erneut in Führung. Im letzten Drittel versuchten die Hausherren noch einmal alles, doch ein One-Timer der Finnen machte letztlich alle Aufstiegshoffnungen zunichte. So versuchte man sich anstandsvoll aus der Affäre zu ziehen und verkürzte durch Markus Schlacher noch auf 2:3 und versuchte gegen Ende des Spiels mit einem sechsten Feldspieler noch den Ausgleich herzustellen. Kärpät überstand diese letzten Sekunden schadlos und steigt letztlich mit einem Gesamtscore von 6:3 ins Viertelfinale der CHL auf.

Trotz des Ausscheidens haben sowohl Red Bull Salzburg als auch die Vienna Capitals eine aufregende und durchaus überraschende erste CHL-Saison absolviert. Immerhin haben beide Teams ihre Gruppenphase als Leader abgeschlossen und ließen dabei einige namhafte Klubs aus Europa hinter sich.

Sie haben Österreich im europäischen Eishockey sichtbar gemacht und es würdig vertreten. Die EBEL und die heimischen Fans können stolz auf sie sein.

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